3 Engel für Charlie: Mission Istanbul

3 Engel für Charlie

Mission: 3 Tage Istanbul

Traumurlaub an der türkischen Riviera, Abenteuerurlaub in Anatolien oder doch geheime Mission in Istanbul? Im Juli 2014 entschieden meine zwei besten Freundinnen und ich uns auf das letztere einzulassen. Eigentlich war ein entspannter Urlaub in der Türkei geplant, doch es kam mal wieder ganz anders! Es ist ein Abenteuer-Marathon geworden.

Am ersten Tag sind meine zwei Freundinnen abends von Hamburg nach Istanbul mit Turkish Airlines geflogen, währenddessen bin ich mit dem Reisebus Kamil Koç von Eskişehir nach Istanbul gefahren. (Meine Fahrt dauerte doppelt so lange wie der Flug!)  Bloß nicht zur Rushhour ankommen! Istanbul, das frühere Konstantinopel, ist die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei und Zentrum für Kultur, Handel, Finanzen und Medien. Istanbul ist das Bindeglied zwischen Europa und Asien.Bei knapp 16 Millionen Einwohner wird das sehr eng! Ich habe die beiden vom Atatürk Flughafen abgeholt und wir sind schnell mit der Metro in die Stadt gefahren um unsere Herberge zu suchen, die direkt in einer Seitengasse bei der berühmten Istiklal Cadde (Unabhängigkeitsstraße) liegt. Es war die Jugendherberge des Jahres 2009… und leider Drecksloch von 2014?! Das ist wohl Ansichtssache, aber wir waren sehr schockiert von Chamber of Boheme. Die Zimmer entsprachen so gar nicht unseren Hygienischen Standards und auch die Ausstattung ließ zu wünschen übrig, eben ein Überbleibsel aus 2009… Wir haben es überlebt, auch als ein Wasserrohr in der Innenstadt platzte und die Stadt im ganzen Stadtviertel das Wasser abstellte. Duschen ist sowieso total überbewertet in Istanbul, denn sobald man ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt, riecht man nach Schweiß, Kebab und totem Fisch.

Die Mission beginnt, Istanbul entdecken!

Ab dem nächsten Morgen ging es dann richtig los. Drei Tage Istanbul volle Power. Sehenswürdigkeiten ohne Ende und Kulinarische Genüsse und dass alles quasi ohne Pausen, denn in Istanbul erlebt man einfach viel zu viel. Doch erst mussten wir uns für unsere Mission stärken; Frühstück bei Namli Gurme in Karaköy. Das Frühstück ist immer ein Genuss! Sie bieten traditionelles, Weißbrot mit vielen verschiedenen Oliven,Käseplatte, Menemen (Türkisches Rührei mit Tomaten und Paprika), Sigara Börek (kleines gefülltes Teigröllchen), Sucuk (Türkische gewürzte Wurst), schwarzer Tee und vieles mehr! Ich bin jedes Mal begeistert wenn ich dort bin. Meine Devise lautet generell in Cafés und Restaurants: Wenn die Toiletten sauber gehalten werden, dann ist Küche es auch und bei Namli ist mir noch nie etwas negativ aufgefallen. Ich hoffe, wenn ihr irgendwann einmal die Chance habt dort zu frühstücken, dass es sich bei euch nicht ändert. Gestärkt nach dem Frühstück ging die Entdeckungsreise quer durch Istanbul los.

 

Wenn man mehrere Tage in Istanbul verbringt, ist es sinnvoll eine Istanbul Karte zum Aufladen zu kaufen, denn so sind die Fahrten mit Metro, Fähre und Bus um einiges günstiger. Außerdem würde ich die „Müze Kart“ Museumskarte empfehlen, wenn man mehrere Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte. Die gibt es in verschieden Varianten zu kaufen. Zum Beispiel der 5-Tage Pass kostet 85TL. Da ich zu diesem Zeitpunkt offiziell eine „Türkische“ Studentin war, durfte ich vom Studentenrabatt Gebrauch machen bzw. konnte ich in die meisten Museen und Sehenswürdigkeiten umsonst rein.

Prunk und Glanz der Osmanen

Als erstes sind wir den osmanischen Sultanen auf der Spur gewesen und sind durch den Topkapi Palast geschlendert bzw. gelaufen, denn das Gelände ist so riesig, dass man mit schnellen Schritt schon zwei bis drei Stunden einplanen muss. Der Palast war der Wohn-und Regierungssitz der Osmanischen Sultane. Fotografieren ist erlaub, jedoch nur auf dem Außengelände. Die einzelnen Räume, Galerien und Ausstellungen werden natürlich überwacht und auch bewacht. Meine Lieblingsabteilungen dort sind die Ausstellung mit beeindruckenden Uhren, der Harem mit seinen prächtigen Zimmern und der Revan Pavillon.

 

Zu einer klassischen Istanbul-Tour darf natürlich auch nicht die Hagia Sophia, Sultanahmet (Blaue Moschee), der Galataturm, Große Bazar, die Zisterne Basilika, Basilika St. Antonius und mein absolutes Highlight und Lieblingsort, Dolmabahçe Palast, fehlen! Leider hatten wir nicht mehr Die Zeit um den Dolmabahçe Palast zu besichtigen, aber ich empfehle euch diesen auf jeden Fall zu besichtigen, wenn ihr mal in Istanbul seid. Es ist einer der schönsten Paläste mit einzigartiger Architektur und unglaublichen geschmückten Zimmern. Ich besuche ihn sonst immer, wenn ich in Istanbul bin. Es wird nie langweilig. Desweiteren verfügt der Palast über einen schönen Garten und den Uhrenturm. Also ist es das “Muss“ für euren nächsten Besuch!

 

Auf der Suche nach Christlichen Spuren

Zurück zur unserem Istanbul-Marathon. Nach Topkapi Palast besichtigten wir die Hagia Sophia. Die Hagia Sophia (Ayasofya) war ursprünglich eine Byzantinische Kirche, doch durch die Eroberung der Osmanen, wurde sie zur Mosche umgebaut. Am Ende wurde sie als Museum freigegeben. Sie liegt mitten in Istanbul, im Stadtteil Eminönü, in Sultanahmet. In der Hagia Sophia blättert die Farbe und das Mosaik ab. Sie wird ständig renoviert. An der Südempore könnt ihr das Mosaik von Jesus Christus sehen, welches noch sehr gut erhalten ist. Im Innenraum an der Decke könnt ihr die Namaneschilder „Allah“, „Muhammad“ und „Abu Bakr“ sehen. Christliche und Islamische Bilder und Zeichen sind überall in der Hagia zu sehen. Beide Religionen haben ihre Spuren hinterlassen. Auffällig ist jedoch, dass die christliche Kreuze in den Wänden alle entfernt worden sind. Eintrittspreise schwanken je nachdem welchen Pass ihr euch gekauft habt oder nur eine Einzelkarte. Wartezeiten schwanken auch. Wir hatten Glück, dass wir nicht einmal eine halbe Stunde warten mussten.

 

Sultanahmet, das blaue Juwel

Direkt gegenüber der Hagia Sophia liegt die Moschee Sultanahmet. In Europa auch als „Blaue Moschee“ bekannt, denn sie besteht überwiegend aus weiß-blauen Fliesen. 1616 wurde der Bau fertiggestellt. Die Moschee ist ein Publikumsmagnet. Es gibt immer lange Warteschlangen, aber kurze Wartezeiten. Da dies ein Islamisches Gotteshaus ist, ist es Pflicht lange Kleidung über zuziehen. Wer in kurzer Kleidung erscheint, bekommt am Eingang eine Kutte zum Überziehen, genauso wie eine Kopfbedeckung. Leider gibt es viele Touristen die innerhalb der Moschee das Kopftuch wieder ablegen, doch ich finde es sehr respektlos gegenüber den Gläubigen dort. Also wenn ihr vorhabt die Blaue Moschee zu besuchen, dann haltet euch an deren Regeln.

 

Souvenir shoppen in Istanbul

Als wir durch die Istiklal Caddesi schlenderten (Stadtteil Beyoğlu), wurden wir von einem Türken im Vorbeigehen angequatscht mit dem Spruch „Hey, 3 Engel für Charlie“. Ja, das sind wir und auf geheimer Mission durch Istanbul! Unsere nächste Mission, lautete Istanbuls Cafés und Geschäfte erkunden. Istiklal Caddesi die Haupteinkaufsstraße von Istanbul mit vielen Geschäften, Bars und Cafés. Viele Konsulate haben dort auch ihren Sitz. Wir genehmigten uns eine kleine Verschnaufpause im Café Mado. Zum Kontrast liegt dort auch die Basilika St. Antonius, eine römisch-katholische Kirche. Die ist auch einen Besuch wert! Natürlich findet am an jeder Ecke typische Souvenirs. Vor allem am anderen Ende der istiklal Caddesi, Richtung Bosporus. Zum Stöbern und Schätze finden gibt es in Istanbul eine Menge Auswahl. Weiter oben im Stadtteil Şişli liegt an der gleichnamigen Metro Haltestelle Cevahir, das zweitgrößte Einkaufszentrum Europas. Wer Istanbul besucht, muss auf jeden Fall auch durch die typischen Bazare gehen, wie Misir Çarşı (Ägyptischer Bazar) und Kapali Çarşı (Großer Bazar).

 

Das Geheimnis der Medusa von Istanbul

Genug gestöbert, unsere Mission geht weiter. Ab in die Türkische Unterwelt! Auch wieder im Zentrum von Istanbul liegt die Cisterna Basilica, auch bekannt der versunkene Palast.  Es ist ein Wasserreservoir aus der Spätantike. Die unterirdische Zisterne stammt aus dem 6. Jahrhundert. Der Eintritt kostet 20Tl. Hier ist die Müze Kart nicht gültig, jedoch ein Türkischer Studentenrabatt, sehr zum Ärger meiner beiden Freundinnen. Weit drinnen der Zisterne gibt es zwei aus Stein gemeißelte Medusa Köpfe. Die Medusa war ein Ungeheuer mit weiblichen Gesichtszügen der griechischen Mythologie. Viele Touristen werfen Cent Stücke ins Wasser, weil es angeblich Glück bringen soll. Glück für die Türkischen Betreiber der Zisterne, weil da kommt eine Menge Kleingeld zusammen.

 

Sonnenuntergang in Istanbul

Eine Sehenswürdigkeit, die man nicht verpassen sollte, ist der Galataturm. Der Galataturm befindet sich auch im Stadtteil Beyoğlu. Wer Eintritt zahlt, kann auf den fast 70 Meter hohen Turm steigen und die Panorama Aussicht von Istanbul Genießen.  Der Turm ist 360 Grad umrundbar. Um den perfekten Moment zu erwischen und ganz Istanbul im untergehenden Licht zu genießen, sollte man ca. 30-60 Minuten früher auf den Galataturm steigen. Doch auch hier gibt es lange Warteschlangen. Man braucht Geduld und auch eine Portion Glück, denn jeder Besucher hat das Ziel beim Sonnenuntergang auf der Turmspitze zu stehen. Das bedeutet, entweder brav warten oder dreist vorbeidrängeln. Wir drängelten uns einfach links herum vorbei. Die atemberaubende Aussicht über Istanbul war die bösen Blicke der Wartenden allemal wert.

 

Reif für die Insel

Ein weiteres Highlight und mein zweiter Lieblingsort in Istanbul war eine Bootsfahrt zu den Prinzeninseln, vor allem zur “Büyükada“ (Große Insel). Für die Fähre gilt wieder die aufladbare Istanbul Karte.  Erholung mitten in Istanbul. Büyükada ist eine Insel im Marmarameer vor Istanbul und die größte der Prinzeninseln. Die Insel ist ein Touristenmagnet und dient vielen Istanbulern als Erholungsort, denn es ist eine Autofreie Insel und kann sich mit vielen Villen schmücken. Am höchsten Punkt der Insel befindet sich die sehenswerte alte griechisch-orthodoxe Klosterkirche St. Georg. Mit “Schweiß und Blut“ ging es mit den Fahrrädern, welche wir uns am Hafen geliehen hatten, immer weiter rauf. Man kann Fahrräder stündlich oder pro Tag ausleihen. Die Preise schwanken so zwischen 15-50Tl. Wer sich kein Fahrrad ausleihen möchte, kann die Insel zu Fuß erkunden der mit einer Kutsche sich fahren lassen. Wer sich lieber entspannen möchte, kann sich am Hafen in eins der unzähligen Fischrestaurants setzen und das Treiben auf den Straßen beobachten.

 

Drei Tage reichen absolut nicht aus, um ganz Istanbul zu sehen, bzw. die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ich würde vorschlagen, dass ihr euch mindestens 6-8 Tage Zeit nehmen solltet, aber für uns hieß es erstmal, Mission erfüllt!

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