Abenteuerreise nach Syrien, Libanon und Jordanien

Ruine in Aleppo Syrien

Hallo, ich bin Travelchrissy. Ich Lebe mit meinem Mann in zwei Ländern (Deutschland und Türkei), bereise den Rest und das ist mein erster Reiseblog.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Ich möchte euch von der verrücktesten Reise meines bisherigen Lebens berichten. Was bedeutet „Urlaub“ für euch? Ja, bestimmt das gleiche wie für mich… oder wie für meinen Mann. Im Sommer 2010, bevor mein Mann und ich uns verlobt hatten, fragte er mich, ob wir nicht das erste Mal zusammen in den Urlaub wollen. Das war unser erster Kulturschock, denn „Urlaub“ definierten wir beide sehr unterschiedlich. Ich malte mir schon in Gedanken aus in welches Land wir wohl fliegen werden, denn für Deutsche bedeutet „Urlaub machen“ weit weg fliegen und etwas Neues erleben! Für Türken bedeutet „Urlaub“ jedoch für zwei Wochen irgendwo an der Türkischen Küste die Seele baumeln lassen, wie zum Beispiel in Antalya, Bodrum oder Izmir. Ich hingegen wollte in ein Nachbarland der Türkei, wie zum Beispiel in den Iran, Griechenland oder Bulgarien. Alles was mein Mann hörte war das Wort „Iran“. „Was, du willst in den Iran?“, fragte er schockiert. Ja?! Am Ende konnte ich ihn dann doch von meiner Reiselust anstecken und unser erste gemeinsame Urlaub wurde der Anfang einer unvergesslichen Reise!

Visum für einen Spion

Unsere Reise dauerte insgesamt 6 Tage. Geplant waren 10 Tage, doch wegen Krankheit mussten wir abbrechen. Dazu aber später… Vor der Reise brauchte ich ein Visum für Syrien und wurde im Syrischen Konsulat in Ankara von ein paar netten Beamten verhört, warum ich denn nach Syrien fahren wolle… Urlaub machen natürlich! Und nein, ich bin kein jüdischer Spion und ich möchte auch nicht nach Israel (jedenfalls jetzt nicht). Ich sah dann wohl doch unschuldig aus und man gewährte mir das Visum.

2 Tickets nach Syrien, bitte!

Am 19.7.2010 sind wir mit dem Bus von Eskişehir (eine Stadt in der Türkei, wo wir gelebt hatten) nach Antakya, Hatay gefahren. Das liegt im Süden der Türkei an der syrischen Grenze. Die Fahrt dauerte 10 Stunden mit dem Reisebus. Dort wohnt eine Verwandte von meinem Mann, die mit einem syrischen Mann verheiratet ist. Mit dem wollten wir eigentlich nur besprechen, wo wir günstige Hotels finden können, wo wir hinfahren können usw. Doch am Frühstückstisch meinte er ganz spontan, dass er mit uns mitfährt. Wir können dann mit seinem Auto fahren und bei Verwandten schlafen in allen drei Ländern. So eine verrückte Idee! Da sind wir sofort dabei! Es ist auch praktisch jemanden dabei zu haben, der Arabisch spricht.

Kultur pur in Syrien

Also sind wir Mittags zu dritt mit dem Auto nach Halep (Aleppo) losgefahren. Dort haben wir uns die kulturellen Sehenswürdigkeiten angeguckt, wie die Zitadelle von Aleppo, die Altstadt, die Madrassa Halawiyya, die Umayyaden-Moschee und wir waren natürlich auch auf den Bazar und haben uns durch die Gewürze geschnuppert und haben Verlobungsringe gesucht. Aleppo hat uns sofort begeistert.  Das Wetter war sehr heiß. An dem Tag waren es um 16:30 Uhr 47 Grad, aber die Luft war trocken, deswegen fühlte es sich kälter an. Überall nette Menschen und eine schöne Umgebung. Zu sehen gab es viel. Man wurde kaum angestarrt, denn Touristen gab es damals viele! Abends haben bei den Verwandten in der Stadt übernachtet. Sie haben natürlich nur arabisch gesprochen , aber sie waren total nett und gastfreundlich. und praktisch jedes Zimmer hatte eine Klimaanlage. Uns wurde Humus, Salat, und Zucchini mit Lamm serviert (zu blöd, dass ich kein Lamm mag und mein Mann keine Zucchini, aber als guter Gast haben wir uns überwunden und alles gegessen). Am nächsten Morgen sind wir 3-4 Stunden weiter gefahren bis nach Damaskus. Dort waren es immerhin noch 41 Grad. Dort haben wir wieder die Stadt erkundet. Wir waren im nationalen Archäologischen Museum, im Mausoleum von Saladin, bei der Saladin Statue, Festungsmauer, in der Omayad Mossche, in der Innenstadt und auf dem Bazar. In der Stadt waren wir bei der wohl berühmtesten Eisdiele von Damaskus. Als Andenken daran haben wir einen beschriften Löffel mitgenommen.  Das Eis ist mit Pistazien übersät. Abends als es dunkel war, waren wir auf dem Berg Mount Qassioun und konnten die Lichter von Damaskus bestaunen. Es war sehr windig auf dem Berg. Wir haben zwei Nächte wieder bei einem anderen Verwandten übernachtet. Die hatten 4 Kinder. Ein Junge von ihnen war 9 Jahre alt und hat unser Auto gestohlen! Zum Glück ist er nach einer Spritztour wieder zurück gekommen und unsere Reise konnte weitergehen. Weiter nach Libanon. Unser erste Stopp war Beirut, die wohl reichste und prunkvollste Stadt des Nahen Ostens.

Meine Perle, Beirut

Beirut ist eine sehr reiche Stadt. In Deutschland und In der Türkei sind die Leute stolz wenn sie einen BMW fahren, aber in Beirut fahren sie Porsche, Masararti, Lamborhgini, und Hummer. Ich habe noch nie so viele teure Autos gesehen.  An einer Kreuzung ist ein Lamborghini in einen wartenden Hummer gefahren… Auch die Beiruten wissen sich zu kleiden und achten sehr auf ihr Äußeres. Alles sieht nobel aus, aber nur in der Stadt. Sobald man Beirut verlässt, ändert sich das Bild schlagartig. Aber zurück zu Beirut. Wir haben dort auch so viele Sehenswürdigkeiten mitgenommen wie es nur ging. Wir waren beim Bürgerkrieg Denkmal (Place des Martyrs)Mohammad Al-Amin Mosche, Armenische Kirche, Innenstadt, Hambra Stadteil, Gemmazeh Straße und am Hafen. Abends waren wir in ABC Mall und haben dort in einem super leckerem Restaurant für libanesische Küche gegessen.

Der feurige Weg nach Halba Kuse

Danach sind wir um 23.00 zu einem anderen Verwandten gefahren um dort zu übernachten. Wir erkundigten uns nach der Adresse. Uns wurde gesagt, es befindet sich „outside of Beirut“. Oh ja…. 100 km, fast an der syrischen Grenze. Wir mussten durch Tripoli fahren. Dort war alles voll mit Militär und Jugendliche haben in alle Strassen Autoreifen angezündet. es war eine richtige Straßenschlacht. Immer wieder fielen Schüsse von den Soldaten. Es war sehr beunruhigend, aber wir sind dadurch gefahren und haben es überlebt! Keiner von uns wusste, dass die Gastfamilie so weit weg wohnte, sonst wären wir in Beirut in einem Hotel geblieben. Außerhalb von Beirut ist der Libanon eine einzige Militärzone. Überall Panzer und Kontrollpunkte. Es ist auch sehr unpraktisch, wenn man einen Araber bei sich hat, der aber keine arabischen Straßenschilder lesen kann. Um 2 Uhr nachts haben wir endlich die Gastfamilie gefunden, in einem Dorf namens Halba Kuse. Sie waren sehr arm, aber wieder sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Das Dorf lag in den Bergen, aber es war idyllisch und grün. Überall waren Bäume und Grünzeug. ich sah aus wie im Urwald. Am nächsten Morgen sind wir wieder nach Beirut gefahren und waren in einen privaten Golfclub Mittagessen. Den tag verbrachten wir in der Stadt. Dort waren es nur 35- 37 Grad.

 Auf den Spuren der Römer

Abends ging die Reise weiter in das Königreich von Jordanien. Leider bin ich ab der Grenze krank geworden. (Das lag wohl an dem Huhn, welches wir auf der Fahrt irgendwo im Nirgendwo gegessen hatten) Trotzdem haben wir uns in Jordanien Jerash angeguckt, eine Antike römische Stadtruine. Wir begaben uns in eine Zeitreise, liefen durch die Ruinen, besichtigten den Zeus-Tempel, Südtheater, Tempel des Artemis und gingen durch Cardo, die Hauptstraße von Gerasa. Danach sind wir weiter nach Amman gefahren. Im Gegensatz zu Beirut, tragen alle Frauen Tschador. Wie in Beirut gibt es in Amman viele Kirchen. In Amman waren wir nur kurz, denn wir sind gleich weiter zum Toten Meer gefahren. Das ist das dreckigste Meer, welches ich je gesehen habe. Überall lag Müll und Plastik rum. Man konnte nicht die Schuhe ausziehen und ins Wasser gehen. Also das Tote Meer von der Jordanischen Seite aus kann ich gar nicht empfehlen. Das war nur widerlich.

Da es mir auch immer schlechter ging, hatten wir beschlossen die Reise abzubrechen und sind Abends komplett von Jordanien zurück in die Türkei gefahren. An der syrischen Grenze ging es mir so schlecht, dass mich zwei bewaffnete Syrische Soldaten mich zu einer Art Notarzt gebracht  haben. Ich habe zwei Spritzen verpasst bekommen. Keine Ahnung was da drin war, aber es hatte ungefähr eine halbe Stunde gewirkt. Als wir über die Grenze waren, fing wieder alles an. Am 25.07.2010 waren wir zu Hause in Eskişehir. Obwohl ich am Ende so krank war, war das der beste Urlaub, den ich bis jetzt erlebt habe und die Erinnerungen daran kann mir keiner mehr nehmen!

Hier könnt ihr euch meine Fotogalerie anschauen:

SyrienLibanonJordanien 

2 Kommentare zu “Abenteuerreise nach Syrien, Libanon und Jordanien

  1. Liebe Chrissi, dein erster Beitrag ist sehr ausführlich und sehr interessant geschrieben. Gratuliere. Leider bist du ja unterwegs krank geworden und ihr habt leider nur einen Platz am Toten Meer gefunden, der offensichtlich stark verschmutzt war. Das ist eigentlich sehr schade, denn jedes Jahr sind wir dort hingefahren und haben dort gebadet und das bei uns saubere Meer genossen . Vielleicht schafft ihr es ja nocheinmal dort hinzukommen und vielleicht weiter nach Petra zu fahren. Ich freue mich schon auf den nächsten Artikel ☀️

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